Die Show der etwas anderen Art oder wie man Touristen in Wien das Backen “lernt” ;)

Ehrlich gesagt, zu diesem Bericht wäre es wohl nie gekommen, wenn wir nicht im Besitz der Niederösterreich-Card wären. Schon öfters haben wir bei einem Besuch im schönen Schlosspark von Schönbrunn die Tafel der Strudelshow gesehen, doch haben wir es nie sonderlich beachtet. Mit der neuen Saison der NÖ-Card ist uns aufgefallen, dass man diese spezielle Show nun auch “kostenlos” besuchen kann. Und so kam es dazu, dass wir einen schönen Tages bei einer kleinen Cachetour in Wien, der besagten Show einen Besuch abstatteten. :)

Um zur Location zu gelangen muss man zunächst in den Keller des Schlosscafes gehen.Sogleich steigt einem der Duft von frisch gebackenem Apfelstrudel in die Nase – herrlich! Doch bevor man weitergehen kann, muss man noch an der Ticketkassa vorbei. Was man dort sonst noch alles bekommt und was der ganze Spass eigentliche kosten würde, verrate ich nach … nach … nach … ??? Keiner eine Ahnung? Glaub ich jetzt aber wirklich nicht. ;) Na gut, es kann ja sich ja auch ein neuer Besucher bzw Besucherin in den Blog verirrt ;) haben. *g* Mehr verrate ich nach unserem obligaten Klick (gilt nicht für Besucher über RSS oder Twitter).

Gleich nach dem Betreten wird man freundlich begrüßt und gefragt ob man Interesse an der Show hätte. Dies haben wir mit einem freundlichen “ja” beantwortet und sogleich unsere Cards gezückt. Pro Person kostet der Eintritt € 4,50! Immerhin ist im Preis auch ein Stück Apfelstrudel inkludiert, wobei sagen wir besser ein Stückerl oder noch besser eine kleine Kostprobe. :) Wie ich dank einiger Blogs herausgefunden habe, dürfte man früher wirklich ein großes Stück bekommen haben. Schade, dass dies reduziert wurde. :( Natürlich wird man vom Personal auch gefragt ob man sich nicht ein ganzes Stück vom Strudel oder vielleicht einen Kaffee kaufen möchte. Doch hier haben wir dankend abgelehnt, denn wir wollten eigentlich nur die Show sehen. Einige Gäste jedoch haben sich beim Erwerb der Tickets auch ein Stück Strudel und einen Kaffee (wird im Pappbecher serviert, obwohl im hinteren Bereich jede Menge schöne Porzellanhäferl stehen!) gegönnt.

Mit unseren Kostproben und jeder Menge Neugier bewaffnet haben wir uns ein Platzerl gesucht wo man schön in Richtung “Backtisch” schauen konnte. Da wir jedoch noch ein bisserl Zeit hatten, haben wir unsere Blicke durch den Raum wandern lassen. Neben der etwas kitschig gehaltenen Einrichtung (irgendwie fühlt man sich wie in irgend einem Sisi-Film *g*), kann man die für einen Strudel benötigten Zutaten auch gleich kaufen. Leider nicht zu im Supermarkt üblichen Preisen, sondern mit einem “kleinen” Aufschlag. :/

Ein bisserl Zeit haben wir noch, also verkosten wir doch unsere kleine Probe! Oder was meint ihr? Von der Optik her erinnert das Stück durchaus an Strudel und nicht an Gugelhupf oder Sachertorte. ;) Auch in Sachen Geruch kann man es als Strudel identifizieren. Da kann ja beim Geschmack im Grunde nichts mehr schief gehen, oder? *g* Ja auch hier, muss man sagen, dass das Aroma gut getroffen ist. Das Stück ist vielleicht ein bisserl matschig und klebrig, doch schmeckt es wirklich ziemlich gut. Oh, da kommt ein Bäcker in die Stube! Ich glaub es geht gleich los! Die Spannung steigt und steigt und steigt. Man hört diese schon fast knistern und die Funken sprühen. ;) Doch halt, leider dürfte es sich hier nur um eine Art Hilfsbäcker handeln, der den bereits vorbereiteten Teig in Öl einlegt und irgend eine braune Masse auf die Arbeitsfläche stellt. Was das wohl sein mag?

So schnell der Helferling in der Stube war, so schnell war er dann auch wieder weg. Doch halt, da kommt auch schon ein anderer in die Stube! Sogleich erfolgt eine Begrüßung in deutscher und englischer Sprache. Danach wird einem erklärt wie man den Teig anrührt und auf was genau man achten sollte. Danach kommt er zur Fülle und ab diesem Zeitpunkt war uns auch klar was genau dieses braune Etwas ist! Drei Mal dürft ihr raten. ;) Richtig, es handelt sich um die vorbereitete Fülle! So aber jetzt geht die Action erst so  richtig los! Man kann die steigende Spannung wahrlich spüren! Der Bäcker beginnt den Teig zu walgen und im Anschluss zu ziehen. Sieht ehrlich gesagt recht einfach aus, doch bin ich der Überzeugung, dass der Schein ziemlich trügt! Dieser Schritt ist auch mit Erfolg abgeschlossen und nun darf eine Person aus dem Publikum zum Bäcker um ihm zu helfen.

Mit vereinten Kräften wird der Teig gefüllt, gerollt und schön bestrichen. Als Erinnerung an diese denkwürdigen ;) Minuten erhält man ein “Strudelbäcker Diplom”. ;) Und das war dann auch schon der letzte Punkt der Show. Ab diesem Zeitpunkt konnte man noch gerne ein paar Fragen stellen oder sich mit dem Bäcker fotografieren lassen. Als aller letzte Punkt folgte die Verabschiedung und der Hinweis zur Strudelhotline. Eine Telefonnummer wo einem erfahrene Bäcker mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine meiner Meinung nach nette Idee und sicherlich gerne in Anspruch genommene Dienstleitung. :)

Fazit: Ehrlich gesagt, ohne Niederösterreich-Card wären wir eher nicht zu dieser Show gegangen, da wir wissen wie man solch einen Strudel zubereitet.  Zutaten würde ich dort ehrlich gesagt nicht kaufen, da sie unserer Einschätzung nach einfach zu überteuert sind. Auch Touristen haben bei einem Besuch der schönen Stadt Wien sicherlich die Möglichkeit alles in einem normalen Supermarkt zu erwerben. Was uns nicht so gut gefallen hat war der Umstand, dass der Kaffee nur im Pappbecher serviert wird, obwohl man über jede Menge Geschirr verfügt. :/ Bei den Preisen für einen großen Schwarzen könnte man sich ruhig ein würdiges Trinkgefäß erwarten. Die Show selbst war recht nett gemacht und den Showmaster konnte man sehr gut verstehen. :) Vor allem der wahrlich herrliche Geruch von frischem Apfelstrudel war ein Freude für die Nase. Eine Empfehlung würde ich ehrlich gesagt nur bedingt aussprechen. Für Touristen die sich die große Schönbrunn-Tour gönnen oder einfach in der Gegend sind und noch nie einen Strudel selbst gemacht haben, würde ich es durchaus empfehlen. Extra nur wegen der Show würde ich ehrlich gesagt nicht in Richtung Prunkschloss des Kaisers pilgern.

Ein paar Bilder hab ich natürlich auch gemacht:

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